Mein Seelenpfad

Annika Kessler

Hinter Mein Seelenpfad

Über mich

Bibliothekarin in einer Fachbibliothek in Potsdam. 39 Jahre alt. Beruflich arbeite ich mit historischen Beständen: Bücher, die geduldig warten, bis jemand nach ihnen fragt.

Mein Vater starb im Oktober 2022 an einem Herzinfarkt, mitten in einer Donnerstagnacht. Am nächsten Morgen habe ich die Ausleihe geöffnet, Rückgaben sortiert, Studierenden beim Katalog geholfen. Das hat sechs Wochen so funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert hat.

An einem Sonntagnachmittag Anfang November scrollte ich durch YouTube und blieb an einem Clip von Andreas Goldemann hängen. Kraft der Ahnen, irgendein Ausschnitt. Ich habe inhaltlich nicht viel davon mitgenommen. Aber ich saß fünfzehn Minuten lang still, und das war seit Wochen das erste Mal. Am Abend habe ich den Kurs gekauft.

Danach habe ich nicht aufgehört. Drei weitere Kurse, über drei Jahre, in wechselnder Intensität. Das Heft liegt sonntags aufgeklappt auf dem Schreibtisch: Datum, Kursname, Wochenzahl oben rechts, Randnotizen, hin und wieder Querverweise auf frühere Einträge. Auf dem Schreibtisch steht außerdem ein gelber A6-Karteikasten für Zitate, die ich später nochmal nachschlagen will.

Als Bibliothekarin kenne ich einen Umgang mit Material, das sich nicht sofort erschließt: einordnen, abwarten, wiederfinden. Diesen Blick bringe ich zu diesen Kursen mit. Medizinische, psychotherapeutische oder heilpraktische Qualifikationen besitze ich nicht, und diese Notizen erheben den entsprechenden Anspruch nicht. Bei akuter Trauer oder anhaltenden psychischen Belastungen gehört eine Fachkraft gefragt, kein Blog. Eine Trauerbegleiterin, ein Hausarzt, eine psychologische Psychotherapeutin.

Ich lebe allein in einer Gründerzeit-Wohnung in Potsdam. Vom Schreibtisch sehe ich im Winter auf kahle Parkkronen, im Frühjahr auf blassgrüne Kronen. Die Sessions mache ich meistens morgens vor der Arbeit.

Beiträge von Annika Kessler

Offenlegung

Einige Links auf dieser Seite sind Partnerlinks. Wenn du über einen dieser Links einen Kurs buchst, erhalte ich eine kleine Provision, ohne dass sich an deinem Preis etwas ändert. Ich schreibe nur über Kurse, die ich selbst durchgearbeitet und in mein Heft eingetragen habe. Vollständige Transparenz in den Redaktionsrichtlinien.