
Es ist Sonntagabend in Potsdam, und draußen vor meinem Fenster verlieren die alten Bäume des Sanssouci-Parks langsam ihr Laub im Wind des ausklingenden Junitags. Ich sitze an meinem Schreibsekretär, das kühle, glatte Leinen meines Notizhefts unter den Fingern und der Geruch von Bienenwachs in der Luft, während ich die Einträge der letzten Monate sichte. Vor fast vier Jahren, in jener Donnerstagnacht im Herbst 2022, verlor ich nicht nur meinen Vater an einen plötzlichen Herzinfarkt, sondern auch die Fähigkeit, einfach die Augen zu schließen und wegzudämmern.
Hinweis: Einige der Links auf diesen Seiten sind Affiliate-Links. Wenn du einen Kurs über einen dieser Links buchst, erhalte ich eine Provision — dein Preis ändert sich dadurch nicht. Ich schreibe hier nur über die Phoenix999-Kurse, die ich selbst durchgearbeitet und in mein Leinen-Heft hineingetragen habe. Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin, sondern katalogisiere hier lediglich meine persönlichen Erfahrungen. Meine ausführliche Offenlegung findest du unten verlinkt.
Der Bestand der Schlaflosigkeit: Wenn die Systematik versagt
In der Bibliothek ordne ich alles nach der Regensburger Verbundklassifikation (RVK). Es gibt für jedes Thema eine Signatur, einen festen Platz im Regal. Doch nach dem Tod meines Vaters gab es in meinem inneren Archiv keine Ordnung mehr. Ich funktionierte tagsüber zwischen Buchrückrücken und Leihfristen, aber nachts starrte ich an die Decke meiner Gründerzeit-Wohnung. Mein Körper war in einem Zustand permanenter Alarmbereitschaft, als würde ich auf eine Fernleihe warten, die niemals ankommt.
Ich versuchte alles: Baldrian, schwere Vorhänge, Verzicht auf Koffein nach Mittag. Nichts half gegen dieses bleierne Herzklopfen, das einsetzte, sobald das Licht ausging. Es war, als stünde eine ganze Reihe von Vorfahren hinter meinem Bett und würde mich am Einschlafen hindern, weil noch so vieles ungesagt war. Erst als ich durch Zufall auf Andreas Goldemann und seinen Ansatz zur Ahnenarbeit stieß, begann ich zu begreifen, dass Schlafstörungen nach einem Verlust oft weniger mit der Trauer an sich zu tun haben, als mit der energetischen Last, die wir unbewusst weitertragen.

Die erste Inventur: Widerstände und Nackenschmerzen
Ich startete mit dem Kurs Kraft der Ahnen im Spätherbst 2025. Als Bibliothekarin bin ich darauf trainiert, Informationen kognitiv zu erfassen. Ich wollte die Sessions wie eine wissenschaftliche Recherche am Schreibtisch erzwingen. Ich saß kerzengerade, den Stift gezückt, bereit für eine Analyse. Das Ergebnis? Furchtbare Nackenschmerzen und ein innerer Widerstand, der mich fast dazu gebracht hätte, das Ganze als esoterischen Unfug abzutun. Meine Marginalia aus jener Woche bestehen fast nur aus Frustrationsvermerken.
Ich dachte: Wenn ich meine Bücher nach der RVK-Systematik ordnen kann, muss es auch einen Platz für die unerledigten Gefühle meines Vaters geben. Aber Gefühle lassen sich nicht in Signaturen pressen. Andreas' Methode verlangt kein Verständnis, sondern ein Einlassen auf Stimme und Bewegung. Erst als ich aufhörte, mitschreiben zu wollen, und mich einfach auf den Boden legte, passierte etwas. In einer Session zur Erdung spürte ich ein plötzliches, heißes Kribbeln in den Fußsohlen, als würde alter, festsitzender Schlamm endlich abfließen. Es war der Moment, in dem ich erkannte, dass ich nicht nur um meinen Vater trauerte, sondern auch seinen ungeklärten Stress im eigenen Nervensystem archiviert hatte.
Der Querverweis zur Pflege: Wenn Ruhe unmöglich scheint
In der Bibliothek beobachte ich oft eine ältere Dame, die regelmäßig Bücher über Demenz ausleiht. Sie sieht so aus, wie ich mich nachts fühlte: transparent vor Erschöpfung. Wir kamen einmal kurz ins Gespräch, als eine Signatur nicht auffindbar war. Sie erzählte, dass sie ihren Mann pflegt und seit Jahren nicht mehr als zwei Stunden am Stück geschlafen hat. Für Menschen in solchen Situationen – pflegende Angehörige von Demenzkranken – ist Standard-Schlafhygiene fast schon ein Hohn. Wenn die nächtliche Unruhe des anderen den Rhythmus diktiert, hilft kein Lavendelspray.
Was mir die Ahnenarbeit jedoch lehrte, war eine Form der inneren Abgrenzung, die auch in solchen Extremsituationen einen Unterschied machen kann. Es geht darum, das energetische Feld zu klären, damit man in den kurzen Momenten der Ruhe wirklich sinken kann, statt nur flach zu atmen und auf den nächsten Zwischenfall zu warten. Es ist wie das Schließen einer Brandschutztür im Archiv: Der Lärm auf der anderen Seite verschwindet nicht, aber er dringt nicht mehr in den geschützten Raum der eigenen Substanz ein. Wer ähnliches erlebt, sollte sich vielleicht mit dem Thema Blockaden in der Frauenlinie beschäftigen, da hier oft die Wurzeln für die Aufopferung liegen.
Ein nebliger Dienstagmorgen im Februar: Der Durchbruch
Nach etwa sechs Wochen regelmäßiger Praxis – ich übe meistens morgens vor der Arbeit, wenn das Licht gerade erst über die Parkmauer kriecht – kam eine Session, die alles veränderte. Es ging um die väterliche Linie. Ich hatte bis dahin immer geglaubt, ich müsse den Tod meines Vaters psychologisch "verarbeiten". In dieser Session jedoch ging es nur um die Frequenz 999 und das Lösen von alten Mustern durch Klang. Ich musste nichts denken.
An jenem nebligen Dienstagmorgen im Februar spürte ich, wie sich ein Knoten in meiner Brust löste, der dort seit dem Herbst 2022 gesessen hatte. Es war, als würde ein falsch einsortiertes Buch endlich an seinen richtigen Platz im Regal gleiten. In der darauffolgenden Nacht schlief ich zum ersten Mal seit Jahren durch. Ohne Träume, ohne Herzklopfen, ohne das Gefühl, über etwas wachen zu müssen. Falls du dich fragst, wie man solche Erfahrungen dokumentiert, ohne den Verstand zu verlieren: Ich habe darüber geschrieben, wie man mentale Klarheit durch systematisches Archivieren findet.

Der aktuelle Bestand: Ein Fazit im Frühsommer
Heute ist der 13. Juli 2026. Ich habe mittlerweile alle vier Phoenix999-Kurse abgeschlossen. Mein gelber Karteikasten ist gefüllt mit Zitaten und Beobachtungen, die ich wie Archivmaterial behandle. Ich bin keine Schamanin geworden und auch keine spirituelle Lehrerin. Ich bin immer noch die Bibliothekarin, die gerne Stille mag und Bücher schätzt, die gut gebunden sind. Aber ich schlafe wieder.
Schlaf nach einem Verlust ist keine Frage des Willens. Es ist eine Frage der Ordnung im inneren System. Wenn die Ahnenreihe energetisch nicht an ihrem Platz steht, ist das wie ein ganzer Magazinbestand, der unsortiert auf dem Boden liegt – man findet keine Ruhe, weil man ständig über die Trümmer stolpert. Die Ahnenarbeit nach Goldemann hat mir geholfen, diese Trümmer wegzuräumen, ohne dass ich eine jahrelange Therapie machen musste (obwohl ich jedem, der in akuter, tiefer Trauer steckt, dringend rate, sich professionelle Begleitung zu suchen – meine Arbeit hier ersetzt keinen Arzt oder Psychotherapeuten).
Wenn du selbst merkst, dass dich alte Familiengeschichten nachts wachhalten, könnte es sinnvoll sein, emotionale Altlasten loszulassen, bevor die Schlaflosigkeit chronisch wird. Manchmal reicht es schon, das Feld einmal gründlich zu lüften, so wie wir es im Frühjahr mit den Archivräumen im Souterrain machen. Ich klappe nun mein Leinen-Heft zu. Draußen ist es dunkel geworden über Sanssouci. Die Signaturen meines Lebens sind heute alle an ihrem Platz. Ich werde jetzt schlafen.