
Draußen über dem Sanssouci-Park legt sich das Blau des späten Mai-Abends wie ein schwerer Samtvorhang über die Baumwipfel. Es ist dieser spezifische Moment am Sonntagabend, an dem die Stille der Potsdamer Gründerzeit-Wohnung fast greifbar wird. Früher, in den Monaten nach jenem Herbst 2022, als mein Vater so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, war diese Stunde die schlimmste. Heute ist sie mein wichtigster Termin. Ich sitze an meinem Schreibtisch, der Geruch von altem Papier aus der Fachbibliothek haftet noch dezent an meinen Fingerspitzen, während ich die glatten, unbeschriebenen Seiten meines neuen Leinenhefts aufschlage. Es ist eine Form der Bestandsaufnahme, die über das Berufliche hinausgeht.
Bevor ich tiefer in meine heutige Notiz gehe, ein kurzer Hinweis: Einige der Links hier sind Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision – für dich bleibt der Preis identisch. Ich schreibe hier ausschließlich über die vier Phoenix999-Kurse, die ich selbst Zeile für Zeile in mein Heft eingetragen und durchgearbeitet habe. Meine ausführliche Offenlegung findest du am Ende der Seite.
Die Systematik der inneren Ordnung: Mein gelber Karteikasten
Als Bibliothekarin liebe ich Strukturen. Mein Leben ist in Signaturen und Klassifikationen geordnet, und vielleicht war das der Grund, warum mich die herkömmliche Spiritualität anfangs so abschreckte. Es war mir zu vage, zu wenig belegbar. Als ich jedoch anfing, die Sessions von Andreas Goldemann wie Archivmaterial zu behandeln, änderte sich alles. Ich habe einen gelben Karteikasten im Standardformat A6 – genau wie jene, die wir früher in den Archiven für die Zettelkataloge nutzten. Jede Karte steht für eine Erkenntnis oder ein Gefühl aus den Phoenix999-Modulen.
Seit dem Jahreswechsel verbringe ich jeden Sonntagabend damit, die Notizen der Woche zu sichten. Ich bin keine Schamanin und keine Therapeutin; ich bin eine Frau mit einem gelben Karteikasten, die endlich wieder durchatmen kann, ohne dass es sich wie Verrat an der Trauer anfühlt. Die Arbeit mit der Ahnenlinie ist für mich kein mystischer Hokuspokus, sondern eine energetische Reinigung des Bestands. Wenn ich heute im Kurs die eigene Ahnenlinie fühlen lerne, dann ist das für mich so präzise wie das Zuordnen eines falsch einsortierten Buches.

Wenn die Regensburger Verbundklassifikation versagt
Ich erinnere mich noch gut an einen nasskalten Abend im Februar. Ich hatte gerade mit dem dritten der insgesamt 4 Phoenix999-Hauptkurse begonnen und versuchte krampfhaft, eine aufkommende Welle tiefer Trauer technisch zu katalogisieren. Ich wollte den Schmerz nach der Regensburger Verbundklassifikation einordnen – sachlich, distanziert, kontrolliert. Doch es funktionierte nicht. Die 'Kraft der Ahnen' lässt sich nicht in starre Raster pressen. In diesem Moment saß ich vor meinem Leinenheft und die Tinte meines Füllhalters verschmierte, weil ich begriff, dass Fühlen keine bibliothekarische Dienstleistung ist.
Ich musste den Stift weglegen. In dieser Session passierte etwas, das ich in meinen Marginalia später als "physische Erdung" bezeichnete. Ich spürte ein plötzliches Kribbeln in den Fußsohlen, als würde die Verbindung zum Boden meiner Wohnung physisch dicker werden. Es war kein bloßes Gedankenspiel. Es war eine Reaktion meines Nervensystems auf die Frequenzen, die Andreas Goldemann nutzt. In solchen Momenten hilft kein Querverweis mehr, da hilft nur noch das Annehmen des Ist-Zustandes. Es war die erste Woche, in der ich keine einzige Karteikarte schrieb, weil der Prozess zu groß für das Format A6 war.
Journaling für Menschen ohne Zeit: Eine Beobachtung aus der Ausleihe
In der Fachbibliothek sehe ich oft Alleinerziehende mit Kleinkindern, die hastig nach Fachliteratur suchen, während sie versuchen, die Erschöpfung in ihren Augen zu verbergen. Oft denken wir, Journaling und energetische Arbeit bräuchten Stunden der absoluten Stille in einem Ashram. Aber das ist ein Trugschluss. Gerade für Menschen, deren Alltag durch unvorhersehbare Unterbrechungen geprägt ist – seien es Kinder oder die ständige berufliche Belastung –, ist das Phoenix999-System ideal. Man muss nicht meditieren können. Man muss nur zuhören und zulassen.
Mein Journaling am Sonntagabend dauert oft nur zwanzig Minuten. Ich sichte die Randnotizen, die ich mir morgens vor der Arbeit gemacht habe. Diese kurzen Sessions, oft nur 15 Minuten vor dem ersten Kaffee, lassen sich wunderbar dokumentieren. Wer wenig Zeit hat, braucht Struktur. Wenn ich sehe, wie alle 4 Phoenix999 Kurse im Selbsttest nacheinander wirken, dann ist das wie eine gut gepflegte Serie in einem Zeitschriftenindex. Man muss nicht alles auf einmal verstehen, man muss nur den Bestand pflegen.

Der Sonntagabend als energetische Bestandsaufnahme
Warum gerade Sonntagabend? In der Welt der Bibliotheken bereiten wir sonntags oft gedanklich die Rücklauffristen der kommenden Woche vor. Für mich ist es der Moment der Integration. Ich schaue mir die Querverweise in meinem Leinenheft an. Letzten Spätherbst hatte ich eine Phase, in der ich fast drei Wochen lang gar nichts fühlte. Keine Sessions, keine Notizen, nur Leere. In meinem Heft steht dort nur ein kurzes: "Bestand unverändert. Keine Neuzugänge."
Das ist die Ehrlichkeit, die mir an Andreas Goldemanns Ansatz gefällt. Es gibt keinen Druck, ständig Erleuchtung zu finden. Es geht um die kontinuierliche Arbeit an der Ahnenlinie. Wenn ich die Sessions wie Archivmaterial behandele – datiert, signiert, mit Verweisen auf frühere Erfahrungen –, verliert das Ganze das Esoterische, das mich oft abgeschreckt hat. Ich bin keine spirituelle Lehrerin. Ich bin eine Archivarin meiner eigenen Heilung. Wer Kritik an Phoenix999 übt, sucht oft nach dem schnellen Wunder. Ich suche nach der nachhaltigen Ordnung.

Vom Umgang mit dem Unvorhersehbaren
Manchmal, wenn ich am Sonntagabend hier sitze, denke ich an meinen Vater. Sein Tod war kein geordneter Prozess. Er war ein plötzlicher Riss im System. Die Ahnenarbeit hat mir geholfen, diesen Riss nicht zu flicken, sondern ihn als Teil der Signatur zu akzeptieren. Es gibt Wochen, in denen ich eine Session abbrechen muss, weil der Widerstand im Körper zu groß ist. Das vermerke ich dann ganz sachlich in meinem gelben Kasten. Es ist wichtig zu verstehen, dass energetische Arbeit keine Einbahnstraße ist.
Ich möchte hier betonen: Ich habe keinerlei medizinische Ausbildung. Meine Erfahrungen ersetzen keine Psychotherapie oder ärztliche Behandlung. Wenn du merkst, dass dich die Trauer oder der Stress erdrücken, such dir bitte professionelle Hilfe bei einem Therapeuten oder einer Trauerbegleitung. Ich teile hier lediglich mein System, wie ich mit den Werkzeugen von Phoenix999 meinen Alltag in Potsdam strukturiere. Es ist eine Methode, die energetische Reinigung der Ahnenlinie für sich selbst begreifbar zu machen.
Abschluss: Bereit für den Montag im Erdgeschoss
Wenn ich mein Leinenheft schließe und den Füllhalter zurück in die Schublade lege, fühle ich mich bereit für die Woche. Der Blick auf den nun dunklen Sanssouci-Park ist friedlich. Das alte Gewicht im Brustkorb, das mich seit 2022 begleitete, ist nicht weg, aber es ist einsortiert. Es hat seinen Platz im Regal gefunden, es ist katalogisiert und verliert dadurch seinen Schrecken. Morgen früh, bevor die ersten Nutzer in die Bibliothek kommen, werde ich vielleicht wieder eine kleine Session machen, nur zehn Minuten.
Journaling ist für mich kein Selbstzweck. Es ist die Dokumentation einer Reise zurück zu mir selbst, unterstützt durch die klaren Strukturen der Phoenix999-Kurse. Es gibt mir die Erlaubnis, die Arbeitswoche ohne den Ballast der vergangenen Generationen zu beginnen. Mein gelber Karteikasten wächst, Karte für Karte, und jede einzelne davon ist ein Beweis dafür, dass man auch als nüchterne Bibliothekarin einen Weg finden kann, das Unsichtbare zu ordnen.

Solltest du dich selbst auf diesen Weg machen wollen, empfehle ich, mit kleinen Schritten zu beginnen. Es muss kein teures Journal sein – ein schlichtes Heft reicht völlig aus, um die ersten Resonanzen festzuhalten. Wichtig ist nur die Regelmäßigkeit, die uns durch die stillen Sonntagabende trägt.