
An einem grauen Sonntagnachmittag in meiner Potsdamer Wohnung saß ich am Fenster mit Blick auf den Sanssouci-Park, und die Stille der Bibliothek schien mir bis nach Hause gefolgt zu sein. Es war einer dieser Tage, an denen das Funktionieren nach dem plötzlichen Tod meines Vaters im Herbst 2022 besonders schwerfiel, bis ich durch Zufall auf einen YouTube-Clip von Andreas Goldemann stieß. Ein Mann, der über die Kraft der Ahnen sprach – und zum ersten Mal seit Monaten konnte ich länger als ein paar Minuten einfach nur ruhig dasitzen und atmen.
Bevor ich tiefer in meine Aufzeichnungen aus dem gelben Karteikasten eintauche, ein kurzer Hinweis: Einige Links in diesem Text sind Affiliate-Links. Wenn du darüber einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich schreibe hier nur über die phoenix999-Kurse, weil ich sie seit Ende 2022 selbst Modul für Modul durchgearbeitet und in meinem Leinen-Heft dokumentiert habe.
Der Bestand an ungelösten Familiengeschichten
Als Bibliothekarin weiß ich, dass ein ungepflegter Bestand irgendwann unbenutzbar wird. Signaturen verblassen, Querverweise führen ins Leere. Nach dem Herzinfarkt meines Vaters fühlte sich meine eigene innere Systematik genau so an: lückenhaft und überfordert. Ich begann, die Arbeit mit den Ahnen nicht als esoterisches Experiment, sondern als eine Art energetische Inventur zu betrachten.
Die Arbeit mit der Ahnenlinie, wie sie im ersten Modul von phoenix999 thematisiert wird, wirft oft die Frage auf: Was bringt das eigentlich? In der Theorie geht es darum, emotionale Lasten, die wir unbewusst von Generationen vor uns übernommen haben, zu identifizieren und zu lösen. In der Praxis saß ich meistens morgens vor meinem Dienst in der Fachbibliothek auf meinem Teppich und ließ die etwa 90-minütigen Sessions auf mich wirken.
Es ist keine Magie. Es ist eher wie das Dokumentieren von Archivmaterial. Man sichtet, was da ist, und entscheidet, was in den aktiven Bestand gehört und was ausgesondert werden kann. Andreas Goldemann nutzt dafür seine Intuitive Intelligenz – eine Mischung aus Ton, Bewegung und Präsenz, die ohne klassisches Coaching-Gespräch auskommt.
Kritik am phoenix999-System: Nicht für jeden Moment geeignet
Wenn man sich kritisch mit phoenix999 auseinandersetzt, muss man über die Intensität sprechen. Das Komplettpaket für 999 Euro umfasst insgesamt 4 Hauptmodule (Ahnen, Körper, Emotionen, Geist). Das ist ein gewaltiger Berg an Material. Ich habe für den gesamten Prozess bis zum Abschluss des letzten Moduls Anfang diesen Frühlings fast dreieinhalb Jahre gebraucht.
Ein wesentlicher Kritikpunkt, der mir in meinen Marginalia immer wieder begegnet: Die Methode setzt eine gewisse Grundstabilität voraus. Wer sich in einer hochakuten psychischen Krise befindet, sollte vorsichtig sein. In solchen Momenten können die tiefsitzenden familiären Muster, die dort bewegt werden, retraumatisierend wirken. Ich bin keine Therapeutin, sondern nur eine Frau mit einem Hang zur Systematik, aber ich habe gemerkt: Wenn die emotionale Basis zu dünn ist, kann die Konfrontation mit der Ahnenlinie einen überrollen.
Es gab Wochen, in denen ich keine einzige Session machen konnte. Mein Leinen-Heft blieb leer, weil der Widerstand in mir zu groß war. Wer schnelle Heilungsversprechen sucht, ist hier falsch. Es ist Arbeit am Fundament, und das braucht Zeit.
Die Systematik der Ahnenlinie fühlen
Was bringt es also konkret? Für mich war es die Erkenntnis, dass ich nicht nur das Ende einer Kette bin, sondern die aktuelle Verwalterin einer langen, resilienten Linie. Durch die Sessions habe ich gelernt, die energetische Reinigung der Ahnenlinie für mehr innere Ruhe zu nutzen. Es fühlte sich an, als würde ich alte, verstaubte Aktenordner schließen, die mein Vater und seine Vorfahren offen gelassen hatten.
- Klarheit im Alltag: Die ständige Alarmbereitschaft, die nach dem Tod meines Vaters herrschte, wich einer ruhigeren Beobachtungsgabe.
- Körperliche Resonanz: Oft lösten sich Verspannungen im Nacken genau in den Momenten, in denen Andreas Goldemann Töne erzeugte, die eigentlich gar keinen Sinn ergaben, aber in mir etwas zum Schwingen brachten.
- Struktur: Durch das tägliche Üben morgens vor der Arbeit entstand ein Rhythmus, der mir Halt gab.
Ich möchte jedoch betonen, dass diese energetische Arbeit niemals einen Besuch beim Hausarzt, eine Psychotherapie oder eine professionelle Trauerbegleitung ersetzt. Ich habe selbst erlebt, dass man bei tiefer Trauer professionelle menschliche Begleitung braucht. Phoenix999 ist für mich ein Werkzeug zur Selbsthilfe für die Zeit danach gewesen, um den inneren Archivbestand neu zu ordnen.
Ein Blick in den Karteikasten
In meinem gelben Karteikasten unter dem Reiter "Ahnen" steht eine Notiz vom letzten Dienstag: "Die Last ist nicht weg, aber sie hat jetzt eine Signatur. Ich weiß, wo sie hingehört, und ich muss sie nicht mehr den ganzen Tag mit mir herumtragen." Das ist vielleicht das wertvollste Ergebnis der Arbeit mit Andreas Goldemann.
Man lernt, die Ahnenlinie zu heilen, ohne gleich eine schamanische Ausbildung machen zu müssen. Man bleibt Bibliothekarin, Ingenieur oder Verkäufer, aber man wird ein wenig durchlässiger für das eigene Leben. Wer neugierig ist, sollte mit dem ersten Modul beginnen und sich Zeit lassen. Es ist kein Sprint durch ein Museum, es ist die sorgfältige Katalogisierung der eigenen Existenz.
Heute, im Mai 2026, sitze ich wieder an meinem Fenster. Der Park Sanssouci ist in vollem Grün. Die Leerstelle, die mein Vater hinterlassen hat, ist immer noch da – das wird sie wohl immer bleiben. Aber das Archiv meiner Seele ist nicht mehr in Unordnung. Die Querverweise stimmen wieder. Und das ist mehr, als ich an jenem grauen Sonntag im Jahr 2022 zu hoffen gewagt hätte.