Mein Seelenpfad

Phoenix999 Kurse wie Archivmaterial im privaten Tagebuch dokumentieren

Aktualisiert
Phoenix999 Kurse wie Archivmaterial im privaten Tagebuch dokumentieren

Draußen über dem Sanssouci-Park hängen schwere, graue Wolken an diesem ersten Sonntagabend im Juni, und das Licht in meinem Arbeitszimmer wirkt fast wie Pergament. Ich sitze vor meinem Sekretär, die Finger auf dem rauen Einband meines grauen Leinen-Hefts, das mittlerweile stolze zwei Zentimeter Rückenbreite im Regal einnimmt. Es ist die Zeit der wöchentlichen Inventur, in der ich die inneren Bewegungen der letzten sieben Tage katalogisiere, als wären sie Neuzugänge in einer historischen Sammlung.

Seit ich vor über einem Jahr angefangen habe, mich durch die vier Module von Andreas Goldemann zu arbeiten, hat sich meine Herangehensweise grundlegend gewandelt. Ich bin keine Schamanin und habe auch keine Ausbildung zur Therapeutin absolviert – ich bin eine Frau, die beruflich Bücher katalogisiert und diese Systematik nun nutzt, um das Chaos zu ordnen, das der plötzliche Tod meines Vaters im Herbst 2022 hinterlassen hat. Es geht nicht mehr um das bloße „Fühlen“, sondern um eine präzise Bestandsaufnahme meiner Ahnenlinie.

Die Systematik des Inneren: Signaturen statt loser Blätter

In meinem gelben Karteikasten, den ich damals aus der Bibliothek vor der Aussonderung gerettet habe, herrscht eine Ordnung, die mich beruhigt. Jede Karte im Format DIN A6 steht für eine Erkenntnis oder eine körperliche Resonanz aus den Sessions. Ich vergebe Signaturen. Was für andere vielleicht nur ein „Gefühl von Weite“ ist, wird bei mir unter der Signatur „Res-Brust-04“ abgelegt, mit einem Querverweis auf die entsprechende Session in Phoenix 3.

Nahaufnahme eines gelben Karteikastens mit handschriftlichen Registern zur Dokumentation von Kursinhalten.

Diese bibliothekarische Genauigkeit hilft mir besonders dann, wenn die Inhalte der Kurse – Andreas Goldemann arbeitet viel mit intuitiven Tönen und Bewegungen – für meinen analytischen Verstand zu abstrakt werden. Ich betrachte die Sessions als Archivgut. Ich datiere sie, mache Marginalien am Rand meines Hefts und notiere mir, welche Themen aus der väterlichen Linie gerade „im Leihverkehr“ sind, also aktiv bearbeitet werden. Für mich war es entscheidend, die Reihenfolge der vier Phoenix999 Kurse so einzuhalten, dass ich das Fundament meiner eigenen Geschichte Schicht für Schicht freilegen konnte.

Letzten Dienstag zum Beispiel, während einer Session aus dem zweiten Modul, spürte ich eine seltsame Kälte in den Handgelenken. Statt in Panik zu geraten oder es esoterisch zu verklären, habe ich es einfach als „Physisches Artefakt“ notiert. Ein kurzer Blick in meinen Karteikasten verriet mir: Ähnliches trat bereits im März auf, als ich mich mit dem Thema „Handlungsmacht“ befasste. Solche Querverweise machen den Prozess für mich greifbar und sicher.

Das Negativ-Archiv: Wenn der Bestand stagniert

Ein ehrliches Tagebuch braucht auch Raum für die Bestandslücken. In der Archivistik ist das Fehlen von Dokumenten oft genauso aussagekräftig wie ihre Existenz. In meinem Leinen-Heft dokumentiere ich deshalb akribisch die Tage, an denen gar nichts passiert ist. Letzte Woche Mittwoch war so ein Tag. Ich saß morgens vor der Arbeit auf meiner Matte, hörte die Stimme von Andreas, aber mein Geist war so stumpf wie ein alter Bleistift.

Ich habe die Session nach zehn Minuten abgebrochen. Keine Resonanz, kein Feld, nur das Geräusch der S-Bahn draußen und das Ticken meiner Wanduhr. Früher hätte ich das als Scheitern gewertet, heute schreibe ich in mein Heft: „03.06.2026 – Keine Aufnahmebereitschaft. Fokus auf Erhaltung des Ist-Zustands.“ Diese Akzeptanz der Leere verhindert, dass die Arbeit an der Ahnenlinie zu einem weiteren Optimierungswahn verkommt. Es ist wichtig zu verstehen, dass energetische Übungen kein Ersatz für medizinische Hilfe oder eine notwendige Psychotherapie sind. Ich habe keine medizinische Ausbildung; ich ordne lediglich mein Inneres.

Ein graues Leinenheft mit einer Notiz über eine Bestandslücke im persönlichen Prozess.

Mein Vater hätte wahrscheinlich den Kopf geschüttelt über meine Akribie. Er war ein Mann der harten Fakten, ein Ingenieur der alten Schule. Aber ich merke, wie ich durch die Verbindung zu meinem verstorbenen Vater und die systematische Bearbeitung seiner Linie eine Ruhe finde, die er selbst vielleicht nie hatte. Ich suche keine Wunder, ich suche Klarheit im Bestand.

Praktische Tipps für die bibliothekarische Dokumentation

Manchmal, wenn ich abends die Karten sortiere, fühlt es sich an wie die Erschließung eines komplizierten Nachlasses. Man sichtet, man bewertet, man ordnet ein. Durch das Fühlen der eigenen Ahnenlinie ohne formelle Ausbildung habe ich gelernt, dass wir alle Archivare unserer eigenen Vorfahren sind. Wir entscheiden, was in die vorderen Regale kommt und was wir mit Respekt in die Magazine verbannen können, weil es uns nicht mehr dient.

Eine Hand sortiert Karteikarten in einem gelben Kasten zur systematischen Ahnenarbeit.

Morgen früh, bevor ich in die Bibliothek fahre und die ersten Rückgaben des Tages scanne, werde ich wieder für zwanzig Minuten auf meiner Matte sitzen. Ganz ohne Titel, ganz ohne spirituellen Überbau – einfach nur ich, mein Atem und die Gewissheit, dass jedes Gefühl seinen rechtmäßigen Platz in meinem gelben Kasten findet. Ich klappe das Heft zu. Die Inventur für heute ist abgeschlossen. Die Wolken über Sanssouci sind jetzt fast schwarz, aber in meinem grauen Heft ist alles sortiert.

Verwandte Artikel