Mein Seelenpfad

Trauer an Feiertagen bewältigen durch Ahnenarbeit bei Familienfesten

Trauer an Feiertagen bewältigen durch Ahnenarbeit bei Familienfesten

Der Nebel im Sanssouci-Park verschluckt heute Abend die Statuen, eine nach der anderen, bis nur noch ein graues Wattemeer vor meinem Fenster übrig bleibt. Ich sitze an meinem Sekretär, das raue Leinen meines Notizbuchs unter den Fingern und der vertraute Geruch von Earl Grey in der Nase, der aus meiner alten Emaille-Tasse aufsteigt. Es ist Sonntagabend, die Zeit, in der ich die Erlebnisse der Woche katalogisiere, fast so, wie ich es tagsüber mit den Neuzugängen in der Fachbibliothek tue. Heute jedoch blättere ich zurück zu den Einträgen aus dem Frühjahr, als das erste Osterfest ohne meinen Vater anstand.

Hinweis: In meinen Berichten finden sich hin und wieder Affiliate-Links. Wenn du dich entscheidest, einen Kurs über einen dieser Links zu buchen, erhalte ich eine Provision – dein Preis bleibt dabei absolut identisch. Ich schreibe hier ausschließlich über die vier phoenix999-Kurse, die ich selbst vollständig durchgearbeitet und in mein Leinen-Heft sowie meinen gelben Karteikasten aufgenommen habe. Meine ausführliche Offenlegung findest du im Impressum verlinkt.

Die Adventszeit 2025 war der erste Moment, in dem mir die Tragweite meiner neuen Systematik bewusst wurde. Früher waren Feiertage für mich wie starre Datensätze, die man Jahr für Jahr ohne große Änderung abruft. Doch seit jenem Donnerstagabend im Herbst 2022, als mein Vater so plötzlich aus dem Leben gerissen wurde, fühlten sich diese Termine eher wie beschädigte Signaturen an – man weiß, dass etwas dort sein sollte, aber das Regalbrett bleibt leer. Ich versuchte monatelang, einfach zu funktionieren, bis ich durch Zufall auf Andreas Goldemann und seinen Ansatz zur Kraft der Ahnen stieß. Inzwischen habe ich alle vier phoenix999-Kurse absolviert und behandle die Sessions wie wertvolles Archivmaterial.

Die Systematik der Vorbereitung: Wenn das Archiv der Seele ruft

In der Bibliothek nutzen wir die Regensburger Verbundklassifikation, kurz RVK. Für Genealogie und Ahnenforschung ist dort die Kennung ND 7240 vorgesehen. Wenn ich mich auf ein Familienfest vorbereite, das potenziell schmerzhaft ist, gehe ich ähnlich methodisch vor. Ich betrachte meine Trauer nicht mehr als einen ungeordneten Stapel loser Blätter, sondern als einen Bestand, der Pflege braucht. Vor dem Osterwochenende merkte ich, wie die alte Beklemmung aufstieg – die Angst vor der Stille an seinem Platz.

Ich begann etwa zwei Wochen vor dem Fest mit einer gezielten Nachbearbeitung der Sessions aus dem Kurs 'Die Kraft der Ahnen'. Mein Ziel war es, nicht die Lücke zu füllen, sondern die energetische Präsenz der gesamten Linie hinter mir zu spüren. Dabei passierte mir ein klassischer Fehler: Ich versuchte, eine Session in der Mittagspause zwischen zwei Buchrückgaben durchzuziehen. Der Zeitdruck der Bibliothek, das Klackern der Scanner und die ständige Erreichbarkeit führten dazu, dass ich nach zwanzig Minuten mit hämmernden Kopfschmerzen abbrach. Mein Karteieintrag für diesen Tag ist ein einziges unleserliches Gekritzel – ein Beweis dafür, dass man diese Arbeit nicht zwischen Tür und Angel 'erledigen' kann.

Nahaufnahme eines gelben Karteikastens mit handschriftlichen Notizen zur Ahnenarbeit.

Echte Ahnenarbeit verlangt nach einem geschützten Raum, nach Stille und der Bereitschaft, sich wirklich einzulassen. Ich habe gelernt, dass ich mindestens eine Stunde vor der Arbeit oder spät am Abend brauche, wenn der Park draußen zur Ruhe kommt. Nur dann kann ich die Schwingungen in Andreas Goldemanns Stimme so aufnehmen, dass sie die tieferen Schichten meiner Familiengeschichte erreichen. Wer sich in einer ähnlichen Situation befindet, sollte wissen: Ich bin keine Therapeutin und dies hier ist kein medizinischer Rat. Wenn die Trauer dich zu erdrücken droht, ist der Weg zu einem Arzt oder einer professionellen Trauerbegleitung der einzig richtige Schritt.

Der Wendepunkt am Ostersonntag: Präsenz statt Leere

Als ich dann am Ostersonntag bei meiner Familie saß, war etwas anders. In der Küche klapperten die Tassen, und der Geruch von frischem Hefezopf lag in der Luft. Normalerweise hätte mich der Anblick seiner leeren Kaffeetasse in Tränen ausbrechen lassen. Doch während ich dort saß, spürte ich ein plötzliches Kribbeln in den Fußsohlen, das sich langsam die Waden hinauf ausbreitete. Es war ein tiefes Absinken in den Stuhl, als würde die Schwerkraft mich zum ersten Mal seit Jahren wirklich sicher halten.

Ich hatte am Morgen noch einmal die Session zur Ablösung von übernommenen Lasten gemacht. Andreas arbeitet dort viel mit Klang und Intuition, was mir als rationaler Bibliothekarin anfangs etwas fremd war. Aber das Ergebnis war messbar – nicht in Zahlen, sondern in meinem Puls. Inmitten des lauten Kaffeetrinkens spürte ich eine Ruhe, die nicht aus meiner eigenen Kraft kam. Es war, als stünde die gesamte Ahnenlinie – all jene, die unter ND 7240 in den Geschichtsbüchern landen würden – wie eine unsichtbare Wand hinter mir. Wie ich die Einsamkeit nach dem Todesfall durch Ahnenarbeit bewältige, ist ein Prozess, der an solchen Tagen besonders greifbar wird.

Ich fragte mich in diesem Moment kurz, ob mein Vater, der alte Pragmatiker, über meine 'energetische Ahnenlinie' gelacht hätte. Er war ein Mann der Tat, kein Mann der Esoterik. Doch im selben Augenblick spürte ich eine Gewissheit: Er hätte genau diesen Frieden für mich gewollt. Er hätte gewollt, dass ich seine alte Kaffeetasse ansehen kann und dabei nicht nur den Verlust spüre, sondern die Fortführung seines Wesens in mir selbst. Es war kein Weinkrampf, sondern ein stilles, tiefes Lächeln.

Ahnenarbeit in schwierigen Familienkonstellationen

Ein Punkt, den ich in meinem Leinen-Heft unter der Rubrik 'Marginalia' besonders hervorgehoben habe, ist die Arbeit bei zerstrittenen Familienverhältnissen. Wir haben oft das Bild der idealen Familie vor Augen, besonders an Feiertagen. Doch was ist, wenn die Ahnenlinie nicht nur aus Liebe, sondern auch aus Konflikten besteht? Während Ahnenarbeit bei intakten Bindungen zur Heilung beiträgt, kann sie bei toxischen Konstellationen oder Kontaktabbruch den psychischen Druck massiv mindern.

Man lernt in den phoenix999-Kursen, dass man die Ahnen energetisch ehren kann, ohne jedes Verhalten der lebenden Verwandten gutheißen zu müssen. Es geht um eine Entkopplung von aktuellen Dramen durch die Verbindung zu einer tieferen, älteren Quelle. Das gibt eine enorme Souveränität an der Kaffeetafel. Wenn Tante oder Onkel wieder anfangen, alte Wunden aufzureißen, bleibe ich in meiner Mitte. Ich betrachte das Geschehen fast wie eine externe Rezension – es betrifft meinen inneren Bestand nicht mehr so unmittelbar. Frieden mit der Vaterlinie schließen bedeutet eben auch, die Unvollkommenheit der Vorfahren als Teil des Ganzen zu akzeptieren, ohne sich davon energetisch aussaugen zu lassen.

Diese Distanz ist keine Kälte. Es ist eine Form von Selbstschutz, die besonders für Menschen wichtig ist, die sensibel auf die Stimmungen anderer reagieren. Ich habe früher oft die Trauer meiner Mutter wie einen schweren Mantel mitgetragen, zusätzlich zu meiner eigenen. Die Arbeit mit Andreas Goldemann hat mir geholfen, diese 'Dubletten' in meinem emotionalen Archiv zu erkennen und auszusortieren. Ich bin für meine Trauer zuständig, nicht für die der anderen.

Ein Blick in den Karteikasten: Erkenntnisse aus dem Spätsommer

Vor etwa drei Wochen, an einem schwülen Junitag, saß ich wieder an meinem gelben Karteikasten. Ich ordnete die Zitate aus dem vierten Kurs, der Schöpferkraft, ein. Dabei fiel mir auf, wie sehr sich meine Notizen verändert haben. In den ersten Monaten nach seinem Tod waren es kurze, abgehackte Sätze, oft mit Tränenflecken auf dem Papier. Heute sind es präzise Beobachtungen, Querverweise zu früheren Sessions und klare Analysen meiner körperlichen Reaktionen.

Feiertage sind für mich keine emotionalen Minenfelder mehr. Sie sind Termine im Kalender, die ich mit einer gewissen bibliothekarischen Gelassenheit erwarte. Ich weiß jetzt, wie ich mich vorbereite. Ich weiß, welche Sessions ich wiederholen muss, wenn ich merke, dass mein Fundament wackelt. Weisheiten der Ahnen ordnen ist für mich zu einer Überlebensstrategie geworden, die weit über das bloße Notieren von Kursinhalten hinausgeht.

Es ist jetzt fast Nacht in Potsdam. Ich klappe mein Leinen-Heft zu. Die Statuen im Park sind nun völlig im Nebel verschwunden, aber ich weiß, dass sie da sind. Genau so ist es mit den Ahnen. Man sieht sie nicht immer, man spürt sie nicht in jeder Sekunde, aber sie bilden das Fundament, auf dem wir stehen – besonders dann, wenn die Welt um uns herum im Nebel der Trauer zu versinken droht. Ich stelle meine leere Teetasse in die Küche und bereite meine Karteikarten für morgen vor. Es ist ein guter Abschluss für diesen Sonntag.

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