Mein Seelenpfad

Belastende Erbstücke energetisch reinigen mit Hilfe der Kraft der Ahnen

Erbstücke energetisch reinigen: Ahnenarbeit mit der Kraft der Ahnen im Selbsttest-Tagebuch

Du kannst den Unterschied erkennen zwischen einem Erbstück, das dich einfach nur traurig macht, wenn du es ansiehst, und einem, das tatsächlich noch etwas Ungelöstes mit sich trägt.

Diese Frage taucht in meinem Postfach auf, seit ich in meinem Selbsttest-Tagebuch zu den phoenix999-Kursen über Ahnenarbeit und energetische Reinigung schreibe, und sie kommt mir auch zwischen den Regalen der Bibliothek entgegen, wenn Kolleginnen von einem Erbstück erzählen, das im Schrank liegt und sich nicht anfassen lassen will. Die kurze Antwort: Es geht selten um das Objekt selbst, sondern um das, was du dabei in deinem eigenen Körper spürst, wenn du es berührst — nicht um seinen Wert, sein Alter oder seine Geschichte.

Was macht ein Erbstück eigentlich schwer?

Objektiv wiegt die alte Taschenuhr meines Vaters kaum mehr als hundert Gramm. Subjektiv zog sie monatelang meine Schultern nach unten, sobald ich die Schublade öffnete, in der sie lag. Das Signal, auf das ich mittlerweile achte, kommt sofort und körperlich — ein Ziehen im Magen, ein Engegefühl im Hals, noch bevor der Verstand irgendetwas bewertet hat. Was ich dabei fühle, ist eher eine energetische Blockade als eine bloße Erinnerung, und genau dieser Unterschied entscheidet für mich, ob ein Gegenstand überhaupt Arbeit braucht oder einfach nur eine Erinnerung ist, die wehtut, ohne dass etwas zu lösen wäre.

Warum energetische Reinigung allein oft nicht reicht

Räuchern, Salböl, ein Ritual mit Kerze — all das kann eine energetische Reinigung einleiten, aber bei stark aufgeladenen Erbstücken bleibt sie oft wirkungslos, wenn der Groll gegenüber der verstorbenen Person noch ungeklärt ist. Der Kurs „Kraft der Ahnen" war für mich der Ausgangspunkt für diese Art von Arbeit, und die Methode dahinter geht auf Andreas Goldemann zurück, dessen phoenix999-Kurse ich seither alle durchgearbeitet habe. Über die Stille nach einem Trauerfall habe ich früher schon geschrieben, und bei der Taschenuhr war genau diese Stille das Problem: Ich wollte das Objekt reinigen, ohne mit meinem Vater noch einmal ins Gespräch zu gehen.

Nahaufnahme von Händen, die ein Erbstück – eine antike Taschenuhr – für die energetische Reinigung über dem Schreibtisch halten.

Die Aussprache mit dem Verstorbenen

Der eigentliche Schritt ist nicht das Reinigen, sondern die Aussprache — ein inneres Gespräch, in dem klar wird, was zu wem gehört. Die Wut bleibt bei mir, das Erbe bleibt bei ihm, und das Objekt selbst ist nur der Träger, nicht die Ursache. Meine Ahnenlinie fühlt sich dabei eher wie ein loses Netz aus Verbindungen an als wie eine einzelne, gerade Kette, was die Übung leichter macht, als sie klingt.

Es klingt größer, als es ist.

Bei der Taschenuhr erinnere ich mich an eine ruhige Tasse Tee danach, die erste seit dem Herbst 2022, die ich bis zum letzten Schluck ausgetrunken habe, ohne dass mir zwischendurch die Kehle eng wurde. Das war für mich das eigentliche Zeichen, kein dramatischer Moment, sondern schlicht: ruhig bleiben können, bis eine Tasse leer ist.

Erkennen, wann eine Übung nicht trägt

Nicht jede Übung funktioniert beim ersten Versuch, und das darf man ruhig zugeben. Vor der Aussprache-Technik hatte ich Atemübungen aus einem Selbsthilfebuch ausprobiert, in der Hoffnung, dass tiefes Atmen allein die Schwere aus der Schublade nehmen würde. Es fühlte sich vor allem angestrengt an, wie eine Übung, die ich mir selbst auferlegte, ohne dass sie irgendwo andockte.

Rosmarie, meine Kollegin im Freihandbereich, bringt unaufgefordert Schokolade an meinen Schreibtisch, und neulich fragte sie beiläufig, was sie mit der Kiste ihrer Großmutter machen solle, die seit Jahren ungeöffnet im Keller steht. Meine Antwort war ehrlich: Ich weiß es nicht, solange sie nicht weiß, welches Gefühl die Kiste auslöst, wenn sie den Deckel öffnet. Das ist etwas anderes als klassische Trauerverarbeitung, auch wenn beides zusammenhängt, und bei anhaltender Belastung gehört das ohnehin in professionelle Hände, nicht in ein Leinen-Heft.

Nicht jedes Erbstück braucht diese Arbeit

Nicht jeder Gegenstand aus einem Nachlass verlangt nach dieser Art von Aufmerksamkeit, und das ist vielleicht die wichtigste Grenze, die ich ziehen gelernt habe. Manche Erbstücke tragen weniger die Geschichte einer einzelnen Person als ein ganzes Familienmuster, das sich über Generationen wiederholt — und dafür reicht ein einzelnes Objekt-Ritual ohnehin nicht aus. Über die Beziehung zu Verwandten durch Ahnenarbeit schreibe ich an anderer Stelle ausführlicher, aber als Faustregel gilt bei mir: Wenn ein Gegenstand beim Anfassen ruhig bleibt, lasse ich ihn ruhig — Arbeit braucht nur, was tatsächlich zieht oder drückt.

Ein offenes Notizbuch mit handschriftlichen Aufzeichnungen zur Ahnenarbeit und gelben Karteikarten aus meinem Selbsttest-Tagebuch.

So dokumentiere ich die Sessions

Mein Schreibtisch steht im Wohnzimmer mit Blick auf die Baumkronen im Sanssouci-Park, und auf der blassgrünen Unterlage liegt neben dem Leinen-Heft der gelbe Karteikasten, in dem ich Zitate und kurze Erkenntnisse sammle. Jede Sitzung landet dort mit ein paar Zeilen: was ich am Objekt gespürt habe, was sich verändert hat, was offen geblieben ist.

Ich nenne das für mich manchmal Session-Protokoll, auch wenn das für ein schlichtes Heft vielleicht zu technisch klingt. Manche Begriffe aus dem Kursvokabular übernehme ich unverändert, andere übersetze ich mir in meine eigene, bibliothekarische Sprache — Querverweis statt Verknüpfung, Bestand statt Sammlung. Verknüpft ist das Ganze auch mit meiner Meditationspraxis am Morgen, auch wenn ich das hier nicht weiter vertiefen will.

Ahnenarbeit ohne Ausbildung: geht das?

Hildegunde Rotter, eine Leserin, hat mir vor einiger Zeit zu genau dieser Frage geschrieben, und wie so oft bei ihr bemerkte sie dabei ein Detail, das mir selbst gar nicht bewusst gewesen war, nämlich dass ich in keinem einzigen Artikel je eine Ausbildung erwähne. Das ist kein Zufall. Ich bin ausdrücklich keine Schamanin und keine Therapeutin, sondern übe das als das, was man wohl Laienpraxis ohne Ausbildung nennen würde.

Mittlerweile habe ich alle vier phoenix999-Kurse durchgearbeitet, doch für die Arbeit mit einzelnen Erbstücken reicht im Kern schon der erste Kurs aus — die weiteren drei vertiefen eher die Arbeit an der eigenen Ahnenlinie insgesamt. Wer unsicher ist, ob dafür eine Ausbildung nötig wäre, dem würde ich raten, erst an einem einzigen, klar abgegrenzten Objekt zu üben, bevor Titel oder Zertifikate überhaupt eine Rolle spielen — die Erfahrung mit einem Gegenstand zeigt schneller, ob die Methode zu einem passt, als jede Ausbildung es könnte.

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