Mein Seelenpfad

Familiäre Verstrickungen lösen: Meine Erfahrungen mit den Phoenix999 Kursen

Familiäre Verstrickungen lösen: Meine Erfahrungen mit den Phoenix999 Kursen

Es ist dieser spezifische Moment am Sonntagabend, wenn das Licht über den Baumwipfeln von Sanssouci in ein tiefes Indigo übergeht, an dem ich mein Leinen-Heft aufschlage. Draußen ist es ruhig, die Touristenströme sind zurück in Berlin oder in ihren Hotels, und in meiner Wohnung riecht es nach frischem Tee und dem Papier meiner Karteikarten. Seit ich im Spätsommer letzten Jahres mit dem ersten der 4 phoenix999-Hauptkurse begonnen habe, ist dieser Rhythmus meine Konstante geworden.

Hinweis: Einige der Links auf diesen Seiten sind Affiliate-Links. Wenn du einen Kurs über einen dieser Links buchst, erhalte ich eine Provision — dein Preis ändert sich dadurch nicht. Ich schreibe nur über Kurse, die ich selbst durchgearbeitet und in mein Leinen-Heft hineingetragen habe. Ich bin keine Therapeutin oder Ärztin, sondern teile hier lediglich meine privaten Aufzeichnungen. Meine ausführliche Offenlegung findest du unten verlinkt.

Die Arbeit an der eigenen Ahnenlinie ist für mich kein esoterisches Projekt, sondern eine Form der Bestandsaufnahme. In der Bibliothek nennen wir das Revision: Man prüft den Bestand, schaut, welche Signaturen veraltet sind und was eigentlich gar nicht mehr in die aktuelle Sammlung gehört. Als mein Vater im Herbst 2022 starb, hinterließ er mir nicht nur eine Lücke, sondern auch ein ungeordnetes Archiv an Emotionen und Mustern, für die ich keine Signatur fand. Ich funktionierte monatelang, bis ich merkte, dass ich mich in den Verstrickungen meiner eigenen Herkunft verheddert hatte wie in einem falsch sortierten Magazin.

Der Versuch der wissenschaftlichen Distanz

Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Versuch mit dem Kurs „Kraft der Ahnen“. Ich saß an diesem Schreibtisch, bewaffnet mit einem neongelben Textmarker und einem Block, bereit, Andreas Goldemanns Worte wie eine Vorlesung über Epigenetik zu analysieren. Ich wollte Distanz. Ich wollte verstehen, warum sich meine mütterliche Linie immer so schwer anfühlte, ohne es wirklich fühlen zu müssen. Dieser Versuch scheiterte kläglich an meinem eigenen emotionalen Widerstand. Der Textmarker blieb ungenutzt, weil die Tränen kamen, bevor ich den ersten Satz notieren konnte. Es war das erste Mal, dass ich begriff: Dieses Archiv lässt sich nicht rein intellektuell ordnen.

Nahaufnahme eines Textmarkers über einem Notizbuch in einer Bibliothek-Atmosphäre.

Man kann familiäre Verstrickungen nicht lösen, indem man nur darüber liest. Man muss sie im Körper lokalisieren. Ich habe gelernt, die Sessions wie Ahnenarbeit bei emotionaler Erschöpfung zu behandeln. Wenn ich morgens vor der Arbeit übe, während das erste Licht auf das Parkett fällt, ist das wie eine stille Sichtung alter Dokumente. Ich habe angefangen, meine Erfahrungen auf gelben Karteikarten im Format 74 x 105 mm zu dokumentieren. Jede Karte ein Gefühl, jeder Querverweis eine Verbindung zu einem Ereignis, das vielleicht gar nicht meines war.

Wenn der Boden unter den Füßen weich wird

Ein besonders prägender Moment ereignete sich Mitte März. Es war eine jener Sessions, in denen es um die väterliche Linie ging. Während Andreas mit seinen Tönen und Bewegungen arbeitete, spürte ich plötzlich ein heißes, fast schmerzhaftes Kribbeln in meinen Fußsohlen. Es war, als würde der feste Boden meiner Gründerzeit-Wohnung plötzlich weich werden, als würde das Fundament nachgeben, nur um sich dann neu zu sortieren. In meinem Heft notierte ich später: „Väterliche Signatur korrigiert. Der Druck im unteren Rücken ist einer Präsenz gewichen.“

In diesen Momenten wird mir klar, dass ich hier nicht nur meine eigene Geschichte bearbeite. Ich arbeite an einem Bestand, der weit vor 1745 beginnt, dem Jahr, in dem Friedrich der Große den Grundstein für Sanssouci legte, auf das ich jeden Tag blicke. Die Geschichte ist in den Wänden, aber sie ist eben auch in meinen Zellen. Die phoenix999-Kurse haben mir ein Werkzeug an die Hand gegeben, diese „Marginalia“ meines Lebens zu lesen — die Randnotizen, die meine Vorfahren hinterlassen haben.

Ein gelber Karteikasten mit handgeschriebenen Notizen auf Parkettboden.

Es gab Wochen, in denen gar nichts passierte. Ganze sieben Tage lang saß ich morgens da, hörte die Sessions und fühlte mich so hölzern wie die alten Regale in meinem Archiv. Ich zweifelte. War das alles nur Einbildung? Aber als Bibliothekarin weiß ich, dass manche Bücher erst eine Weile im Depot ruhen müssen, bevor man sie sinnvoll katalogisieren kann. Geduld ist ein Teil der Systematik. Wer unter akuter Trauer leidet, sollte sich ohnehin professionelle Trauerbegleitung oder Psychotherapie suchen; meine Arbeit hier ist eine Form der Nachbearbeitung, kein Ersatz für medizinische Hilfe.

Die Grenze der Versöhnung: Ein notwendiger Querverweis

Ein Punkt, der mir in vielen spirituellen Ratgebern zu kurz kommt, ist der Umgang mit narzisstischen Familienmitgliedern. Oft heißt es, man müsse alles „heilen“ und „vergeben“, um frei zu sein. Meine Erfahrung mit den phoenix999-Kursen hat mir eine andere, präzisere Sichtweise ermöglicht. Verstrickungen zu lösen bedeutet nicht zwangsläufig, am nächsten Sonntag gemeinsam Kaffee zu trinken. Manchmal bedeutet das Lösen einer Verstrickung, eine klare, unüberwindbare Grenze im inneren Archiv zu ziehen.

Für mich war die Erkenntnis wichtig, dass energetische Ahnenarbeit auch bedeutet, den Bestand auszusondern. In der Bibliothek sondern wir Bücher aus, die den Lesesaal blockieren oder deren Inhalt schädlich oder veraltet ist. Genauso habe ich es mit bestimmten Anteilen meiner familiären Geschichte gemacht. Ich habe sie gefühlt, anerkannt, dass sie da waren, und sie dann in einen Bereich verschoben, zu dem ich keinen aktiven Zugriff mehr zulasse. Das ist kein Mangel an Liebe, sondern eine notwendige Schutzmaßnahme für die eigene psychische Gesundheit. Falls du dich in einer toxischen Dynamik befindest, ist es ratsam, einen Experten für Narzissmus oder einen spezialisierten Therapeuten hinzuzuziehen, bevor man allein tief in die Ahnenarbeit einsteigt.

Finger berühren den strukturierten Einband eines grauen Leinenheftes.

Vor etwa drei Wochen, an einem grauen Novembernachmittag, der sich in den Juni verirrt zu haben schien, saß ich vor meinem gelben Karteikasten. Ich sortierte eine Karte ein, auf der nur ein Satz stand: „Ich archiviere hier nicht meinen Schmerz, ich katalogisiere meine Freiheit.“ Es war ein Moment tiefer Klarheit. Das ist es, was die 4 Phoenix999 Kurse im Selbsttest für mich bewirkt haben. Sie haben mir geholfen, die Ordnung wiederherzustellen, ohne dass ich dafür zur Schamanin werden musste. Ich bleibe die Bibliothekarin, die morgens ihre Übungen macht und abends ihre Notizen ordnet.

Fazit aus dem Leinen-Heft

Wenn ich heute auf die vergangenen Monate zurückblicke, sehe ich eine deutliche Veränderung in meiner inneren Systematik. Die Schwere, die mich seit jenem Donnerstagabend im Herbst 2022 begleitete, hat sich transformiert. Sie ist nicht weg, aber sie ist nun korrekt einsortiert. Ich kann sie finden, wenn ich sie brauche, aber sie liegt mir nicht mehr ständig im Weg herum. Das raue Gefühl des grauen Leinen-Einbands unter meinen Fingern erinnert mich jeden Sonntag daran, dass Heilung ein Prozess der kontinuierlichen Revision ist.

Man muss keine Ausbildung machen, um die eigene Ahnenlinie zu fühlen. Man muss nur anfangen, hinzuschauen und die energetischen Blockaden wie falsch platzierte Platzhalter im Regal zu behandeln. Es braucht keine lauten Rituale, oft reicht die stille Präsenz einer Session und die Bereitschaft, den eigenen Körper als das Archiv zu akzeptieren, das er nun einmal ist. Ich werde weiter dokumentieren, weiter katalogisieren und weiter morgens üben, während der erste Frost oder der erste Tau auf den Statuen von Sanssouci liegt.

Solltest du selbst spüren, dass deine familiäre Last dich erdrückt, schau dir die Möglichkeiten der Ahnenarbeit an. Es ist ein Weg, der Geduld erfordert, aber die Ordnung, die man am Ende in sich selbst findet, ist jeden geschriebenen Satz im Tagebuch wert. Achte dabei immer auf deine eigenen Grenzen und hol dir Unterstützung, wenn die Wellen der Vergangenheit zu hoch schlagen.

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