
Es ist dieser eine Moment am frühen Sonntagmorgen, wenn das erste Licht über den Sanssouci-Park in meine Potsdamer Wohnung fällt, in dem die Welt für einen Herzschlag lang stillzustehen scheint. Ich schlage mein schlichtes Leinen-Heft auf und spüre statt der üblichen Schwere, die mich seit jenem Donnerstagabend im Herbst 2022 begleitete, eine seltsame, feste Präsenz im Rücken. Es ist kein Schmerz mehr, sondern eine Art energetisches Fundament.
Bevor ich tiefer in meine Notizen gehe, ein kurzer Hinweis: Ich bin Bibliothekarin, keine Therapeutin. Die folgenden Zeilen beschreiben meinen persönlichen Weg. Einige Links hier sind Affiliate-Links, was bedeutet, dass ich eine Provision erhalte, wenn du einen Kurs buchst – für dich entstehen keine Mehrkosten. Ich schreibe ausschließlich über die phoenix999-Kurse, die ich selbst vollständig durchgearbeitet und in mein System aufgenommen habe.
Das Archiv der eigenen Herkunft: Warum Fachliteratur nicht reichte
Nach dem plötzlichen Tod meines Vaters funktionierte ich monatelang wie eine schlecht katalogisierte Rückgabe – vorhanden, aber ohne festen Platz im System. Mein Selbstwertgefühl, das früher eng mit meiner beruflichen Präzision verknüpft war, fühlte sich an wie ein Bestand, der durch einen Wasserschaden unbrauchbar geworden war. Ich las stapelweise Fachliteratur über Trauerbewältigung, doch die Worte blieben flach. Es fehlte die Tiefendimension, die Primärquelle meines eigenen Seins.
Erst als ich Ende November letzten Jahres durch Zufall auf Andreas Goldemann stieß, begriff ich, dass mein Selbstwert nicht nur aus meinen eigenen Leistungen besteht, sondern aus der Summe derer, die vor mir kamen. Ich begann, die vier Kurse der phoenix999-Reihe – Körper, Seele, Geist und Sein – nicht als bloße Videos, sondern als Archivmaterial zu behandeln. Jede der insgesamt 33 Sessions pro Kurs bekam in meinem gelben Karteikasten eine eigene Signatur auf einer A6-Karte. Ich wollte nicht nur konsumieren; ich wollte verstehen, wie sich meine Ahnenlinie in meinem Körper anfühlt.

Die Wirbelsäule als Signatur: Ein Wendepunkt im Januar
Während der dunklen Januartage erreichte ich eine spezifische Session im zweiten Kurs, die sich mit der Klärung der väterlichen Linie befasste. Bis dahin war Ahnenarbeit für mich ein genealogisches Konzept, etwas für Standesämter und Stammbäume. Doch in dieser Sitzung geschah etwas Physisches. Ich spürte ein plötzliches Kribbeln in den Fußsohlen und eine Wärme, die die Wirbelsäule hochwandert, sobald ich mich auf die väterliche Linie konzentrierte.
Es war, als würde eine energetische Wirbelsäule hinter meiner eigenen entstehen. In meinem Leinen-Heft notierte ich unter dem Datum jenes Sonntags: "Bestandsaufnahme erfolgreich – die Stütze ist vorhanden, sie war nur verschüttet." Dieses Gefühl gab mir eine Stabilität im Bibliotheksalltag zurück, die ich längst verloren glaubte. Wenn ein Nutzer ungeduldig wird oder eine Signatur unauffindbar bleibt, ziehe ich mich innerlich auf diesen 'Rückenwind' zurück. Es ist eine Form von inneren Wurzeln, die über das rein Psychologische hinausgeht.
Abgrenzung statt blinde Verehrung: Das Aussondern toxischer Muster
Hier unterscheidet sich meine Herangehensweise vielleicht von klassischen spirituellen Ansätzen. In der Archivarbeit gibt es den Prozess des Aussonderns – man behält nicht alles, was alt ist, nur weil es alt ist. Für mein Selbstwertgefühl war es entscheidend zu lernen, dass Ahnenarbeit nicht bedeutet, alles blind zu verehren. Manche Muster in meiner Familie waren toxisch, geprägt von Mangel und dem Zwang, sich unsichtbar zu machen.
Statt diese Muster zu übernehmen, nutzte ich die phoenix999-Sessions zur bewussten Abgrenzung. Andreas Goldemann arbeitet viel mit Ton und Bewegung, um solche energetischen Verklebungen zu lösen. Es geht darum, das Erbe zu sichten, die Kraft zu behalten und die Last – die Marginalia der Vergangenheit – dort zu lassen, wo sie hingehört. Das hat mein Selbstwertgefühl massiv gestärkt: Ich bin nicht das Opfer meiner Herkunft, sondern die Kuratorin meines Erbes.

Stabilität im Hochsommer: Wenn die Übung zur Routine wird
Nach etwa sechs Wochen täglicher Übung, meistens morgens vor der Arbeit, stellte sich eine neue Normalität ein. An einem sonnigen Junitag saß ich im Park und realisierte, dass ich seit Monaten nicht mehr an meiner Kompetenz gezweifelt hatte. Die Arbeit mit den morphogenetischen Feldern, wie sie in den Kursen thematisiert wird, klingt für manche vielleicht abstrakt, aber für mich ist es so konkret wie das Einsortieren einer neuen Buchlieferung.
Natürlich gab es Wochen, in denen gar nichts passierte. Im März hatte ich eine Phase, in der ich drei Sessions hintereinander abbrach, weil ich mich innerlich taub fühlte. Die Seiten in meinem Leinen-Heft blieben leer. Ich habe gelernt, das zu akzeptieren. Ein Archiv wird auch nicht an einem Tag katalogisiert. Wichtig ist die Kontinuität des Hinschauens. Wenn du dich selbst in einer tiefen Krise befindest, ist es jedoch unerlässlich, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – energetische Arbeit ersetzt keine Psychotherapie oder ärztliche Behandlung.
Fazit: Die Kraft der 132 Sessions
Heute, fast neun Monate nach meinem Start, habe ich alle vier Kurse durchgearbeitet. 132 Sessions liegen hinter mir, jede akribisch dokumentiert. Das leise Kratzen meines Füllhalters auf dem rauen Papier des Leinen-Hefts, während der Geruch von frischem Earl Grey aufsteigt, ist mein wöchentlicher Abschlussbericht an mich selbst. Mein Selbstwertgefühl speist sich nicht mehr nur aus dem, was ich tue, sondern aus dem Bewusstsein, dass ich das Ende einer langen, überlebensstarken Kette bin.
Wenn du das Gefühl hast, dass dein Fundament wackelt, kann ich dir nur raten, deine eigene 'Bestandsaufnahme' zu beginnen. Es muss keine Ausbildung sein. Es reicht, ein Heft zu nehmen, sich hinzusetzen und anzufangen, die eigene Linie zu spüren. Die phoenix999-Kurse waren für mich das Werkzeug, um Ordnung in ein inneres Chaos zu bringen, das mit dem Tod meines Vaters begann und nun in einer neuen, ruhigen Kraft mündet.