
Wie schwer darf sich eine Stelle im Brustkorb anfühlen, an der medizinisch überhaupt nichts zu finden ist? Diese Frage hat mir letzte Woche eine Kollegin aus der Ausleihe gestellt, nachdem sie gehört hatte, dass ich mich mit meiner Ahnenlinie beschäftige, und seitdem stapeln sich bei mir ähnliche Fragen wie unsortierte Zugänge auf dem Schreibtisch. Kurz vorweg der übliche Hinweis: In meinen Sonntagabend-Notizen verlinke ich gelegentlich zu Kursen der phoenix999-Reihe, und wenn du darüber buchst, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich dein Preis ändert. Alles, was jetzt folgt, sind Antworten aus meiner eigenen Praxis mit Ahnenarbeit und energetischer Reinigung – nicht aus einem Lehrbuch, sondern aus einem Karteikasten voller Rückfragen.
Herzraum lösen: was das für mich bedeutet
Für mich beschreibt "Schwere im Herzraum" ein Druckgefühl mittig im Brustkorb, das keinem Befund folgt und sich trotzdem real anfühlt – manchmal so massiv, dass ich morgens kurz stehen bleibe, bevor ich die Kaffeemaschine in der Teeküche im ersten Stock überhaupt anstelle. Der Grund, warum ich mich damit überhaupt beschäftige, liegt in einem Herzinfarkt, an dem mein Vater gestorben ist. Bevor ich bei phoenix999 gelandet bin, hatte ich vom Hausarzt Schlaftabletten verschrieben bekommen und sie nach zwei Wochen selbst wieder abgesetzt, weil sie an diesem Druck rein gar nichts veränderten. Ahnenarbeit hat das nicht "geheilt" – ich vermeide dieses Wort bewusst, weil es nach einem Versprechen klingt, das ich nicht einlösen kann. Das ersetzt auch keine klassische Trauerverarbeitung, dafür gibt es andere, ausgebildete Stellen. Was sich für mich als brauchbares Signal erwiesen hat, ist nicht das Verschwinden des Drucks, sondern ob ich noch ruhig atmen kann, während er da ist.
Woher weiß ich, dass es um meine Ahnenlinie geht?
Diese Frage bekomme ich am häufigsten, meistens von Leserinnen, die selbst gerade einen Verlust verarbeiten. Eine klare Antwort gibt es nicht. In meinem Fall war es eher ein Ausbleiben als ein Zeichen: die erste Sitzung, in der ich mitten in der Übung nicht nach dem Handy gegriffen habe, um irgendetwas nachzuschauen, obwohl ich fest davon überzeugt war, dass ich es tun müsste. Genau dieses Ausbleiben einer Geste war für mich aussagekräftiger als jedes große Gefühl. Wer tiefer einsteigen will, findet in meinem Text über Familiengeschichte und Systematik mehr dazu, wie sich Ahnenlinie von reiner Ahnenforschung unterscheidet – hier will ich das nicht wiederholen. Familienmuster, die über Generationen weiterwirken, sind etwas anderes als der eigene, aktuelle Kummer, auch wenn sich beides im selben Druckgefühl vermischt, und genau an dieser Vermischung erkenne ich, dass mehr im Spiel ist als nur die letzten Jahre.

Wenn eine Session einfach nicht anspringt
Nicht jede Sitzung bewegt etwas. Es gibt Abende, an denen ich vor dem Fenster sitze, die Passage "Herzraum weiten" aus Kraft der Ahnen durcharbeite und danach genauso angespannt bin wie vorher – keine Wärme, kein Kribbeln, nur eine stille halbe Stunde, die ich trotzdem im Heft vermerke. Andreas Goldemanns Sessions sind darauf angelegt, dass sich etwas über mehrere Anläufe hinweg aufbaut, nicht zwingend in einer einzigen Sitzung, und das erklärt wahrscheinlich, warum manche Abende einfach leer bleiben. Eine energetische Blockade (so nenne ich das in meinen Marginalien, ohne den Begriff hier weiter aufzudröseln) löst sich bei mir selten auf Kommando. Manche Begriffe aus den Kursen erkläre ich bewusst nicht bei jeder Gelegenheit neu, dafür gibt es an anderer Stelle ein eigenes Kursvokabular. Wenn nichts passiert, schließe ich das Heft trotzdem ordentlich, weil eine leere Seite genauso zum Bestand gehört wie eine volle.
Eine leere Seite ist auch ein Ergebnis.
Muss ich an alles glauben, damit sich etwas verschiebt?
Nein, und diese Frage beruhigt mich jedes Mal aufs Neue, wenn sie gestellt wird. Skepsis war bei mir sogar der Ausgangspunkt – eine Bibliothekarin, die plötzlich mit Ahnenlinien arbeitet, klingt selbst in meinen eigenen Ohren zunächst unglaubwürdig. Was ich brauche, ist keine Überzeugung, sondern Bereitschaft, eine halbe Stunde still zu sitzen und aufzuschreiben, was tatsächlich passiert, statt was passieren sollte. Diese laienhafte Herangehensweise, ganz ohne therapeutische oder schamanische Ausbildung, ist Teil dessen, was ich in meinen Notizen anders mache als viele Ratgeber, die sofort volles Vertrauen verlangen. Eine kurze Meditationspraxis am Morgen reicht oft schon aus, um zu merken, ob überhaupt etwas da ist, das gerade Aufmerksamkeit will.

Reaktionen aus der lebenden Familie
Manche Leserinnen fragen, ob sich durch die Arbeit an der Ahnenlinie auch etwas zwischen ihnen und lebenden Verwandten verändert. Bei mir war das unterschiedlich – ein Cousin reagierte mit Desinteresse, meine Mutter dagegen wollte plötzlich Details wissen, die sie jahrelang nicht erwähnt hatte, fast so, als hätte sich in der Familie ein Familiengeheimnis gelockert, ohne dass ich danach gefragt hätte. So etwas kann man nicht erzwingen und sollte man auch nicht erzwingen wollen. Eine Nachbarin von mir zieht seit Jahren ihr Gemüse in einem Kleingarten am Schlänitzsee, und wenn ich ihr von den Sessions erzähle, sagt sie nur, dass sie ihre Ruhe lieber mit den Händen in der Erde findet als mit einem Karteikasten – auch das ist eine gültige Antwort auf dieselbe Schwere.
Grenzen setzen, wenn du schnell zu viel spürst
Hochsensible Leserinnen schreiben mir oft, dass eine einzige Sitzung sie tagelang durcheinanderbringt. Für mich war Den inneren Kompass finden durch Ahnenarbeit genau darum wichtig, weil ich lernen musste, eine Sitzung auch mittendrin zu beenden, wenn das Echo im Brustkorb zu laut wird. Energetischer Schutz bedeutet in meinem Alltag selten etwas Dramatisches. Meistens heißt es einfach, das Heft zuzuklappen und rauszugehen. Auch die Frage nach Raum- und Objektreinigung kommt in Nachrichten häufig vor, aber das ist ein eigenes Thema, das ich hier nicht aufmache. Wenn mir eine Session zu viel wird, gehe ich stattdessen oft Richtung Schiffbauergasse, wo der Betrieb an der Uferpromenade mich zurück in den Alltag holt, ohne dass ich groß darüber nachdenken muss. So groß wie die 290 Hektar des Sanssouci-Parks kommt mir manchmal der Abstand vor, den ich zwischen einer schwierigen Frage und einer ehrlichen Antwort brauche. Und diesen Abstand gönne ich mir inzwischen, ohne schlechtes Gewissen.

Wie ich das alles im Leinen-Heft festhalte
Jede Sitzung bekommt bei mir ein Datum, eine kurze Notiz zum Zustand vorher und nachher, und wenn nötig einen Querverweis zu einer früheren Eintragung – ein Session-Protokoll im Wortsinn, auch wenn das für ein Trauerthema erstmal nüchtern klingt. Der gelbe Karteikasten daneben sortiert nur Zitate, keine Erlebnisse; die Systematik dort ist etwas anderes als das, was im Heft steht, und ich halte diese beiden Bestände bewusst getrennt. Mütterliche und väterliche Linie trage ich inzwischen mit unterschiedlichen Randzeichen ein, weil sich beide bei mir sehr verschieden anfühlen, auch wenn ich das hier nicht weiter ausführen will. Wer wissen möchte, wie sich das über die vier Kurse der Reihe hinweg für mich entwickelt hat, findet in meinem Text zu positive Ahnenarbeit Erfahrungen mehr dazu. Am Ende bleibt für mich vor allem eines: Die Schwere im Herzraum ist kein Fall, der abgeschlossen wird, sondern ein Bestand, den ich pflege – und eine Sitzung ist immer nur eine Sitzung, kein Heilsversprechen.